Arbeit und Produktion im digitalen Zeitalter

Die Veränderungen vom Automobilbau bis zur Medizintechnik sind genauso tiefgreifend wie die Entstehung der »Creative industries«. Erst wenn die Arbeitswelten in Callcentern, der internationalen Logistikbranche, von Kaffeebäuerinnen und Textilherstellern, von Pflegekräften und Radiostationen, in Internetagenturen sowie im Café um die Ecke zusammengedacht werden, lassen sich wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Veränderungen in den sozial und strukturell zerklüfteten Arbeitswelten genauer beschreiben. Dann ist der »digitale Bohemien« einer von vielen und einer mit vielen Abhängigkeiten. Er isst bekanntlich Pizza und trinkt Kaffee. Die Pizza kann er im Netz bestellen und mit regionalen Rohstoffen herstellen lassen. Doch der Kaffee kommt aus einer anderen Welt, mit der nicht nur er digital vernetzt, sondern auch geschichtlich verbunden ist.

Arbeiten und Leben ohne Computer und Internet ist für die meisten Menschen im reichen Norden undenkbar geworden. Trotzdem fristen die damit verbundenen politischen Kämpfe innerhalb des repräsentativen Politikbetriebes ein Schattendasein. Erst die 2010 begonnene Internet-Enquete des Deutschen Bundestages war hierzulande Ausdruck des Erwachens gegenüber den umfassenden gesellschaftlichen Veränderungen, die mit der Digitalisierung zu konstatieren sind. Zuvor fanden die Auseinandersetzungen vorrangig in einem Unterausschuss des Kulturausschusses statt, dem Unterausschuss neue Medien.

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Das gesamte Buch Kahrs, Horst (Hg.): Piratenzauber. Über eine Gesellschaft, die Freibeuter herorbringt. papyrossa Verlag, Köln 2013, erschien im Mai.